In allen 16 Bundesländern ist die Bildungspolitik im Umbruch. Hierbei gilt es gerade bereits existierende Instrumente einer „guten Schule“ nicht außer Acht zu lassen bzw. im Hinblick auf Neues in den Hintergrund zu stellen. Diejenigen Dinge, mit denen man bisher gute Erfahrungen gemacht hat, müssen zumindest beibehalten werden, wenn nicht gestärkt werden. Explizit möchte sich die Bundesschülerkonferenz im Rahmen ihrer Beratungen für den Erhalt und Ausbau des Sportunterrichtes in allen
Schularten und allen Klassenstufen aussprechen. Hierbei wird der Sportunterricht nicht unter dem Aspekt der reinen Leistungsmessung gesehen, sondern als eine Mischung aus Sport, Spiel und Gruppen- betätigung. Schon immer hatte der Sportunterricht die besondere Funktion, die Lernatmosphäre in der Schule zu verbessern, indem er den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit darbot, an Denkphasen bzw. Phasen des geistigen Arbeitens eine Phase körperlichen Trainings anzuschließen. Eine solche Abwechslung hat sich als förderlich auf die Konzentrationsfähigkeit und der Motivation der Schülerinnen und Schüler erwiesen. Allerdings wird oftmals übersehen, dass gerade der Sportunterricht für die Schulen ein hervorragendes Mittel zur Überwindung verschiedenster Schwierigkeiten darstellt.
Als ein aktuelles Beispiel für einen Lösungsansatz sehen wir:
- Sport als Mittel zur Integration und Gewaltprävention:
Schülerinnen und Schüler mit Immigrationshintergrund haben nicht selten in den ersten Jahren ihrer Schulzeit erhebliche Schwierigkeiten mit Ihren Mitschülern zu kommunizieren. Der Sportunterricht stellt hier die Möglichkeit dar, im sportlichen Spiel auch ohne Sprache zu kommunizieren und vor allem wichtige soziale Kontakte im Klassenverband zu knüpfen.
Schülerinnen und Schüler mit schulischen Schwierigkeiten haben innerhalb des Sportunterrichts die Möglichkeit, Erfolge außerhalb der konventionellen Notengebung zu erfahren und mit dieser gewonnenen Motivation ihre eigene Persönlichkeit zu stärken. Der Sportunterricht kann in einem erheblichen Maß zum Abbau, von im Schulalltag angestauten Aggressionen, beitragen und ist somit als Mittel zur aktiven Gewaltprävention nicht außer Acht zu lassen. Hierzu möchte die Bundesschülerkonferenz anregen, dass das Netz von Sportmentoren flächendeckend, durch alle Bereiche der Bildung, Erziehung und Entwicklung gehend, auszubauen und für die Mentoren geeignete Mittel der Würdigung ihres ehrenamtlichen Engagements zu etablieren.
Darüber hinaus ergeben sich folgende weitere Forderungen:
- Einbindung von Sport im Rahmen von Ganztagsschulkonzepten
Innerhalb der Ganztagsschule ist es mit Hilfe des Sportunterrichts möglich den Schülerinnen und Schülern die positiven Aspekte des Sports nahe zu bringen. Gerade im Hinblick auf eine „gesunde Schule“ bietet der Ausbau des Sportunterrichts die Möglichkeit, jungen Menschen den Sport als festen Bestandteil Ihres täglichen Lebens näher zu bringen und leistet dadurch langfristig einen erheblichen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Gesundheitserziehung.
- Sport im frühkindlichem Alter
Die sportliche Betätigung ist auch schon im Vorschulalter von besonderer Bedeutung und bleib ein wesentlicher Aspekt für die körperliche und mentale Entwicklung eines jeden Kindes.
-Sport als Mittel zur Förderung der Begeisterung an Bewegung und das Heranführen an die eigene Leistungsfähigkeit
Der Sportunterricht soll den Schülerinnen und Schülern ermöglichen sich mit den Grenzen der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit auseinanderzusetzen. Dabei sollte die Lehrkraft sich als Begleitperson und Unterstützer für Schülerinnen und Schüler sehen und sich vor allem Fähigkeiten wie Koordination und Teamfähigkeit als Ziel setzen.
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