Wer kennt das nicht: Projekte und Aktionen kosten viel Kraft und Zeit und mal wieder fehlen helfende Hände.
Auf der 18. Plenartagung der BSK wurde ein Konzept entwickelt, welches Anregung und Leitfaden sein soll.
Viel zu oft sind die Strukturen der demokratischen Mitbestimmung unflexibel und einengend, sodass Partizipation für Schüler zur hohlen Phrase verkommt. Als eine der vielfältigen Möglichkeiten, diese Leere zu füllen, sehen wir die Selbstdarstellung der SV an. In ihr können Aktionen und Erfolge präsentiert werden, sodass die SV in der Öffentlichkeit als ernstzunehmender Partner wahrgenommen wird. Informationen müssen in der Schule so gestreut werden, dass Demokratie und Partizipation eine Entscheidung der Betroffenen sein kann. Nur so wird die langfristige Anerkennung der Schülervertretung als kritisches Regulativ gegenüber den verantwortlichen Stellen gewährleistet. Folglich ergibt sich aus einer effektiven Öffentlichkeitsarbeit ein breites Verständnis für die SV-Arbeit und deren Bedeutung für die Schüler. Es ist wichtig, alle Kommunikationsmöglichkeiten der Schule zu nutzen, sei es Internetauftritt, Schülerzeitung, Mund-zu-Mund-Propaganda auf dem Schulhof etc., damit die Arbeit der SV Transparenz erhält.
Eine solche Arbeitsweise spannt einen Bogen zugunsten demokratischer Partizipation: Wissen schafft Verständnis - Verständnis schafft Interesse - Interesse schafft Erfolge - Erfolge schaffen Motivation.
Motivation ist Grundlage einer inhaltlich und personell breit aufgestellten SV-Arbeit, in deren Rahmen es gelingt, regionale und lokale Aktivitäten zu generieren und zu bündeln – act local, think regional.
Besonders im regionalen Bereich sind Events eine interessante Plattform für Interaktionen und Kontakte. Die BSK ist davon überzeugt, dass Veranstaltungen verschiedenster Art helfen, Vorurteile gegen die SV und ihre Mitglieder abzubauen. Viel zu häufig werden SV-Mitglieder als streberhaft und spießig wahrgenommen. Diesem Bild kann beispielsweise mittels interessanter Aktionen entgegen getreten werden. Neben der Möglichkeit der Kontaktaufnahme bieten derartige Events einen optimalen Spielraum zur Selbstverwirklichung, wobei die anstehenden Herausforderungen das Gemeinschaftsgefühl der Schülervertreter entscheidend stärken und einen Austausch zwischen Schulen wesentlich erleichtern. Die Interaktion im Rahmen eines gemeinschaftlichen Projekts fördert das Bewusstsein für zielorientiertes Denken und Arbeiten. Dies ist einer der Grundpfeiler einer langfristig strategisch gut durchdachten SV-Arbeit.
Für die praktische Arbeit lassen sich verschiedene Schlüsse ziehen, von denen einige exemplarisch genannt werden sollen.
Ein wichtiger Punkt für die Kontinuität der Arbeit ist die Selbstorganisation der Gremien. Effizienz und Effektivität der Sitzungen hängen untrennbar mit einem guten Arbeitsklima, positiv gestalteten Teamprozessen und gutem Zeitmanagement zusammen. Für Letzteres muss die Angemessenheit von Ladungsfristen und Häufigkeit der Termine bedacht werden. Die aufgelisteten Anforderungen sind Schlüsselkompetenzen, die Schülervertretern auf Vorbereitungsseminaren oder im direkten Austausch zwischen den Schülervertretern vermittelt werden sollen. Neben den genannten Punkten muss eine verantwortungsvolle Weitergabe von sehr konkretem know-how der SV-Arbeit von Generation zu Generation erfolgen. Dabei muss nicht nur Wissen geteilt werden, sondern auch das konkrete Arbeitsmaterial, welches beispielsweise in gemeinsamen Vorlagen besteht. Nur wenn sich das gesamte Gremium zu dieser Verantwortung bekennt, ist eine nachhaltige SV-Arbeit möglich.
Dennoch nützt die beste Strategie nichts ohne Inhalte, die an den Interessen der Schüler orientiert sind. Ein Blick über die eigene Schule hinaus kann den Horizont erweitern und ermöglicht die Integration von Themen, die nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit der eigenen Schule stehen. Anregungen der BSK sind u. a.
- Vernetzung mit anderen Schulen,
- Bildungsstandards,
- Zentrales Prüfungswesen,
- Internationale Schülerbegegnungen,
- Chancen der EU für Bildungssysteme und Schülervertreter,
- Zeit- und Projektmanagement,
- Burn-out unter Schülern,
- Kooperation mit allen an Schulen direkt und indirekt beteiligten
Gremien und Institutionen u. v. m.
Ein entsprechender finanzieller Spielraum der SV-Arbeit ist unerlässlich für die Realisierung der hier genannten Punkte, wobei die Umsetzung nicht an finanziellen Einschränkungen scheitern darf. Auch muss stets auf politische Mandatsträger eingewirkt werden, diesen finanziellen Rahmen nicht einzuschränken, sondern kontinuierlich zu erweitern.
Abschließend möchte die BSK betonen, dass das ehrenamtliche Engagement in der Schülervertretung eine angemessene Wertschätzung erfahren muss. Alle an Schule Beteiligten müssen erkennen, dass es nicht bloß um das Erfüllen von Aufgaben und Anfertigen von Sitzungsprotokollen geht, sondern die individuelle Weiterentwicklung im Vordergrund steht. Auch wenn aktive Partizipation und Engagement ein elementarer Bestandteil der Schülervertretung ist, darf der Spaß nicht verloren gehen.
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