Seit einigen Jahren regt sich die Diskussion um den Inhalt „deutsch - deutsche Geschichte“ im Unterricht. Viele Vertreter unterschiedlicher Verbände, Lehrerinnen und Lehrer weisen darauf, dass das Verständnis und das Wissen über die Geschichte ab dem Jahre 1945 in den Schulklassen enorm dürftig ist. Die Bundesschülerkonferenz stellt sich dem Problem und diskutierte dieses Thema auf der 18. Plenartagung in Schlaubetal. Dabei ist die Arbeitsgruppe zu folgenden Grundsätzen gekommen welchen einen Lösungsansatz für das Problem darstellen sollen:
- Geschichte als Mittel zur Demokratieerziehung
Unter dem Ansatz Geschichte neu erleben, bietet das Thema der deutsch – deutschen Geschichte eine Möglichkeit Schüler für unsere zeitnahe Geschichte zu motivieren.
Ein Problem des derzeitigen Geschichtsunterrichtes ist es, dass der Unterrichtsstoff zumeist wenige Jahrzehnte nach dem zweiten Weltkrieg endet und daraus oftmals einseitige, unzureichende Betrachtungsweisen resultieren. Der Geschichtsunterricht sollte nicht den Selbstzweck der reinen Daten und Faktenvermittlung haben, sondern eine Möglichkeit bieten sich mit Geschichte auseinanderzusetzen, Sie zu verstehen und aus ihr zu lernen.
- Geschichte als Motivation für Demokratie
Demokratie stellt den Grundsatz einer freiheitlichen Gesellschaft dar. Gerade der Prozess von der deutsch – deutschen Geschichte bis hin zu unserem heutigen Demokratiesystem muss verstanden und nachempfunden werden, um diese Form der Demokratie zu würdigen und vor allem sie zu leben. Die zeitliche und gesellschaftliche Nähe zu den Themenkomplexen Mauerfall und Wiedervereinigung geben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit geschichtliche Verknüpfungen selbstständig zu erarbeiten und zu erfahren. Der Rückgriff auf Zeitzeugen, externe Partner und das gesellschaftliche Umfeld bieten Optionen für den Geschichtsunterricht, die sonst nur noch selten vorkommen. Der Unterricht weg vom Klassenzimmer ist für Schülerinnen und Schüler eine erfahrungsreichere und interessantere Art des Lehrstoffes.
Es liegt in der Verantwortung von Politik und Gesellschaft, diese Entwicklung zu fokussieren und für eine konzeptionell pädagogische Ausgestaltung Sorge zu tragen. Es ist wichtig, dass alle Partner in den Prozess mit einbezogen werden und aktiv partizipieren.
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