Einführung eines bundesweiten Zentralabiturs
Die Bundesschülerkonferenz (BSK) sieht das bundesweite Zentralabitur langfristig als eine Chance, die die Qualität der Bildungsabschlüsse in Deutschland weiterentwickeln kann. Allerdings hält die BSK unter den aktuellen Rahmenbedingungen dieses Modell für nicht umsetzbar.
Das Ziel der bildungspolitischen Bemühungen muss es sein, dass das Abitur bundesweit vergleichbar ist und bei gleicher Abschlussnote gleichwertig anerkannt wird. Um dies zu gewährleisten fordert die BSK verbindliche bundesweite Bildungsstandards, die Mindestkompetenzen formulieren und eine Basis bilden für eine mögliche, zukünftig einheitliche Prüfung, in der diese Kompetenzen abgefragt werden können. Dabei legt die BSK Wert auf einen ganzheitlichen Bildungsanspruch, der nicht nur das fachliche Wissen einfordert, sondern auch persönliche, soziale und methodische Kompetenzen. Im Mittelpunkt bundeseinheitlicher Bildungsstandards muss die Qualität des Unterrichts stehen und nicht ein auf die Prüfung fixiertes Lernen. Darum sind gemeinsame Bildungsstandards grundsätzlich höher zu bewerten als zentrale Abschlussprüfungen, die dazu führen können, dass die Unterrichtsinhalte auf das Reproduzieren von abfragbarem Wissen beschränkt werden und dass die Unterrichtsgestaltung eingeengt wird. Schülerinnen, Schüler und Eltern müssen die Erarbeitung bundesweiter Bildungsstandards mitgestalten können, sowie ihre Vorstellungen und Kompetenzen in diesen Prozess einbringen können.
Das Niveau bundesweiter Bildungsstandards soll sich an denjenigen Ländern orientieren, die in den nationalen und internationalen Vergleichsstudien besonders gut abgeschnitten haben. Die Bildungsstandards müssen gleichzeitig Raum bieten für die individuelle Ausgestaltung des Unterrichts in den Ländern und müssen die Möglichkeit eröffnen, auf regionale Besonderheiten einzugehen. Um für alle Schülerinnen und Schüler Chancengleichheit zu gewährleisten, muss die individuelle Förderung ausgebaut werden. Dafür müssen alle Bundesländer ihre Investitionen in den Bildungsbereich erhöhen und für vergleichbare Lernbedingungen sorgen.
Einheitliche Bildungsstandards für ganz Deutschland sind aber kein Alternativmodell zu einer einheitlichen Prüfung, vielmehr ist die Prüfung die Konsequenz aus einheitlichen Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler. Eine bundesweite Vergleichbarkeit bietet die Chance, von den Stärken der verschiedenen Bildungssysteme zu lernen und die Schulsysteme in Deutschland weiterzuentwickeln. Diese zentralen Prüfungen sollten sich auf Fächer konzentrieren, die für jede Art von Studium und Berufswahl von großer Bedeutung sind und in denen sinnvoll einheitliche Inhalte abgefragt werden können, beispielsweise in Mathematik und Deutsch. Die Prüfungen sollten in enger Abstimmung mit den Universitäten sowie der DIHK und HK konzipiert werden, um den Übergang von der Schule zur Universität und in das Berufsleben zu verbessern und um die Aussagekraft des Abschlusses hinsichtlich der Studier- und Berufsfähigkeit zu gewährleisten.
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