Aus Sicht der BSK sollte die Hauptschule auf der einen Seite dazu dienen, Schülerinnen und Schüler bei der Eingliederung in die Gesellschaft zu unterstützen, indem sie diese auf ein selbstständiges Leben in der Gemeinschaft vorbereitet.
Auf der anderen Seite sehen wir die Aufgabe einer
Hauptschule in der Wissensvermittlung, um Grundlagen für einen beruflichen
Werdegang zu schaffen. Allerdings droht es hier an vielen Brennpunktschulen zu
scheitern, da dieses Leistungsziel leider nicht erreicht wird. Hinzu kommt der
Wegfall der ursprünglichen Relevanz der Hauptschule zur Vorbereitung eines
beruflichen Ausbildungssystems, insbesondere
des Dualsystems, aufgrund zunehmenden Lehrstellenmangels, des
Verdrängungswettbewerbs durch Bewerber mit höherwertigen Abschlüssen und die
unzureichende Achtung des Hauptschulabschlusses durch die Wirtschaft.
1) Motivation
Reaktion
des sozialen Umfeldes (keine Akzeptanz), Notensystem, gesellschaftliche
Akzeptanz, unzureichende Lehrermotivation.
2) Lernatmosphäre
Wissensvermittlung
unter erschwerten Bedingungen, unterschiedliche Lerngruppen, Gettoisierung und
integrative Probleme.
3) Perspektive
Chancenlosigkeit bezüglich der Ausbildungssituation,
geringe
Durchlässigkeit des sozialen und schulischen Systems.
4) Bezahlung/Betreuung
Unterschiedliche Gehälter der Lehrkräfte
Fehlende Sozialpädagogen
und Berufsberater,
Lösungsvorschläge
Die Hauptschule kann ihre Ziele nur erreichen, wenn den oben aufgeführten Problemen sinnvoll entgegen gewirkt wird.
Zur
Steigerung der Motivation sollten Hauptschulen einen ständigen Ansprechpartner für die
Schülerschaft bieten, so z.B. Schulsozialarbeiter. Des Weiteren würde
alternativer Unterricht mehr Bezug auf die Schülerschaft ermöglichen, besonders
in sozialen Brennpunkten ist ein bedarfsorientierter Ausbau ganztägiger
Lernangebote an Hauptschulen zu fördern.
Kooperation
Vor dem
Hintergrund alternativer Lernformen ist eine Kooperation von Hauptschulen mit
den ortsansässigen Betrieben unabdingbar. Hierbei wäre die Zusammenarbeit in
gemeinsamen Projekten, Informationsveranstaltungen und praxisnahen
Einblicken schon ab Klasse 7 anzuraten.
Die gewählte Methodik ist entsprechend dem Alter und der Klassenstufe anzupassen
und zu steigern. Auf eine spätere Anrechenbarkeit der Lernerfolge ist wert zu
legen, diese kann durch Ausstellung von Zertifikaten bzw. andere geeignete
Instrumente erfolgen.
Ganztagsschule
Ein bedarfsgerechter Ausbau der Ganztagsschulen beinhaltet neben ganztägigem Lernen und der Schaffung von Freizeit und Schulhofangeboten auch Module zur Unterstützung der einzelnen Lerngruppen (durch psychologische Unterstützung, Nachhilfe, etc.), sowie eine stärkere Gewichtung neuer pädagogischer Lehrmethoden als Alternative zum Frontalunterricht. Primär sollte die Schülerschaft bei der Gestaltung variabler Unterrichtsinhalte einbezogen werden; hierzu sind unter anderem neue als auch bewährte Lehr- und Lernmethoden zu zählen.
Gleichzeitig sei in diesem Zusammenhang auf das Ganztagsschulpapier der BSK vom Mai 2005 zu verweisen.
Im internationalen Vergleich nehmen die Hauptschulen in der Bildungslandschaft Deutschland eine besondere Rolle ein. So zeigte nicht zuletzt die aktuelle OECD-Studie, dass zwar im Gymnasium deutliche Kompetenzzuwächse verzeichnet werden konnten, im Bereich der Hauptschule jedoch keine signifikante Verbesserung zu erkennen war.
Dies allein ist Grund genug, um sich noch einmal intensiv mit dem Thema Hauptschule zu beschäftigen und hier gezielte Maßnahmen zu ergreifen.
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