Wie geht es weiter nach der OECD-Studie weiter?
"Bildung auf einen Blick" und PISA III?
Die neueste Veröffentlichung der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2009“ hat erneut aufgezeigt, dass Bildung und Erwerbstätigkeit sehr stark korrelieren. Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation sind „die Auswirkungen von Bildung auf die Beschäftigungswahrscheinlichkeit (…) von heute bedeutsamer als je zuvor.“ So zeigt die OECD-Studie auf, „dass man während eines wirtschaftlichen Abschwungs ohne einen Abschluss im Sekundarbereich II wesentlich stärker dem Risiko der Erwerbslosigkeit ausgesetzt ist als mit einem Abschluss auf diesem Niveau“. Die Bedeutung eines qualifizierten Abschlusses, der auch über die Ländergrenzen hinweg eine weiterführende Ausbildung bzw. Studium ermöglicht, ist daher größer als je zuvor.
Allgemeines zu den Bildungsstudien
Durch die langfristigen Erhebungen der OECD- bzw. PISA-Studie kann erfasst werden, ob die zahlreichen Reformen greifen und anstehende Veränderungen in die richtige Richtung weisen. Die OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2009" erfasste den Zustand der nationalen Bildungssysteme des Jahres 2007. Der besonders durch PISA I resultierende Bildungsaktionismus führte zu zahlreichen Reformen, die in verschiedensten Bildungsbereichen Verbesserungen im internationalen Vergleich schaffen sollten. Von den Reformen dürfen jedoch keine kurzfristigen "Wunder" erhofft werden. Da bei der Erhebung der PISA-Ergebnisse Schüler befragt wurden, die sich über eine 15-jährige Lernbiographie entwickelt haben, beschreiben die aufgelisteten Veränderungen der aktuellen Studien nicht unbedingt die Resultate von Reformen, die seit den letzten PISA-Erhebungen durchgeführt wurden. Ob diese Reformen greifen kann erst in den nächsten Jahren evaluiert werden. Eine Arbeitsgruppe der Bundesschülerkonferenz hat deshalb mögliche Forderungen und Vorschläge auf Basis der aktuellsten internationalen Vergleichsstudien erarbeitet.
1. Forderungen im Elementarbereich
Die OECD-Studie zeigt zahlreiche Problematiken im Elementarbereich auf. Deshalb fordert die Bundesschülerkonferenz:
- Kindergarten dienen meistens immer noch der „reinen“ Betreuung. Dabei müssen gerade im frühkindlichen Alter elementare Fertigkeiten vermittelt werden, da diese in der späteren Schullaufbahn nur noch schwer zu erlernen sind. Das spielerische Lernen muss deshalb als Mittelpunkt im Elementarbereich betrachtet werden. Der Kindergarten muss sich von einem Ort der Betreuung zu einem Ort des spielerischen Lernens entwickeln. - Dies hat zur Folge:
Erzieherinnen und Erzieher müssen durch pädagogische Weiter- und Ausbildung auf die neuen Schwerpunkte vorbereitet werden. Die "reine Betreuung" muss auch durch spielerisches Lernen ersetzt werden.
- Jedem Kind das in Deutschland lebt, muss die Möglichkeit geboten werden, einen Kindergartenplatz zu erhalten. Hierzu müssen zunächst ausreichend Kindergartenplätze zur Verfügung gestellt werden.
- Da in Deutschland eine Bildungschancengleichheit herrschen sollte, muss diese bereits im Kindergarten gewährleistet sein. Viele sozial schwache Familien können sich derzeit aufgrund der teuren Kindergartenplätze diese nicht leisten. Um eine Chancengleichheit von Beginn der Schullaufbahn an gewährleisten zu können, fordert die Bundesschülerkonferenz die Kindergartenplätze kostenlos für die Eltern anzubieten.
- Das zahlenmäßige Verhältnis von Schülern zu Erziehern ist im Elementarbereich im Vergleich zu anderen Bereichen mit durchschnittlich 24 Kindern pro Betreuungsperson besonders hoch und ermöglicht so keine individuelle Förderung. Aus diesem Grund muss das zahlenmäßige Schüler-Erzieher-Verhältnis deutlich gesenkt werden, auch unter dem Aspekt der individuellen Förderung.
- Jedem Kind muss die Möglichkeit auf einen ganztägigen Kindergartenplatz eröffnet werden, sofern dies gewünscht ist, damit auch Beruf und Familie miteinander vereinbar werden können.
- Des Weiteren empfiehlt die BSK, dass das letzte Jahr im Elementarbereich als ein verpflichtendes "Vorschuljahr" eingeführt werden sollte. In diesem Bereich gibt es bereits erste Vorstöße hinsichtlich der Umsetzung einer konkreten Vorbereitung auf die folgende schulische Laufbahn. Durch die OECD-Studie wird deutlich aufgezeigt, dass in Deutschland insbesondere im Elementarbereich Defizite vorhanden sind. Genau dieser Bereich ist es, in dem Deutschland auch im internationalen Vergleich auf den letzten Plätzen rangiert. Doch gerade im frühkindliche Alter müssen in der Erziehung und Bildung erste Schwerpunkte gesetzt werden. Grundlegende und elementare Fertigkeiten können in der späteren Schullaufbahn nur noch schwer kompensiert werden, falls sie im frühkindlichen Alter nicht vermittelt wurden. Integration, Motivation zum Lernen, usw. sind unerlässlich für den späteren Schulbesuch des Kindes. Aus diesem Grund muss besonders der Elementarbereich in grundlegenden Punkten umstrukturiert und in den Bildungsweg stärker miteinbezogen werden.
Allein schon durch die zunehmende Bedeutung des Kindergartens für die Bildung ergibt sich die Notwendigkeit, jedem Kind einen ganztägigen Kindergartenplatz zur Verfügung zu stellen. Die Wissensvermittlung und Förderung im Kleinkindalter darf folglich nicht nur vom Elternhaus abhängig sein; das würde ungleiche Voraussetzungen für den späteren Bildungsweg schaffen. Um dem grundlegenden Bildungsauftrag im Elementarbereich gerecht zu werden, müssen jedoch personelle Voraussetzungen gegeben sein. Wissensvermittlung bzw. spielerisches Erlernen können nur durch eine pädagogische Ausbildung ermöglicht werden. Speziell das spielerische Lernen elementarer Fähigkeiten benötigt Zeit, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Im Elementarbereich muss folglich stärker der Schwerpunkt auf diese Aspekte gelegt werden, da nur so ein intensiver Lernvorgang stattfinden kann. Das zahlenmäßig hohe Schüler/Lehrer-Verhältnis im Kindergarten wirkt diesem Prozess allerdings entgegen.
Auch die PISA-Studie hat verdeutlicht, dass in Deutschland der finanzielle Aspekt eine gewichtige Rolle in Bezug auf die Bildung der Schüler darstellt. Im Elementarbereich werden essentielle Fertigkeiten vermittelt und das Kind auf das Leben als Schüler vorbereitet. Aus diesem Grund muss gerade im Elementarbereich darauf geachtet werden, dass jedes einzelne Kind die gleichen Voraussetzungen für seinen späteren Bildungsgang erhält. Diese Voraussetzungen dürfen dabei jedoch gerade nicht von der sozialen Herkunft beeinflusst werden.
2. Forderungen im Primarbereich
Im Primarbereich besteht in Deutschland in folgenden Bereichen Handlungsbedarf. Die Bundesschülerkonferenz fordert deshalb:
- Die BSK fordert des Weiteren, eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus.
- Die individuelle Förderung im Primarbereich ist von entscheidender Bedeutung und muss dementsprechend verbessert werden. Defizite können in der späteren Schullaufbahn nur noch schwer behoben werden. Um dies zu ermöglichen muss auch das zahlenmäßige Schüler-Lehrer-Verhältnis gesenkt werden.
Begründung: Im Primarbereich muss eine individuelle Förderung und Forderung der Schüler stattfinden. Kein anderer Bereich in der Schule ist für den weiteren Bildungsweg der Schüler von solch elementarer Bedeutung. Hier fällt die grundlegende Entscheidung über die weiterführende Schulart. Defizite in diesem Bereich können in der weiteren Schullaufbahn kaum noch kompensiert werden. Es besteht zwar die Möglichkeit, auch über den zweiten Bildungsgang höhere Abschlüsse zu erreichen, dieser Weg zeigt sich jedoch als deutlich schwerer. Folglich müssen Eltern mehr in den Schulalltag integriert und das zahlenmäßige Verhältnis von Schülern zu Lehrern gesenkt werden, um eine individuelle Förderung zu gewährleisten. Wie bereits im Elementarbereich muss auch im Primarbereich der Schwerpunkt auf der individuellen Förderung liegen. Die Vorbereitung auf die Sekundarstufe I erfordert gezielte Wissensvermittlung, welche nur durch eine optimierte Schüler/Lehrer-Anzahl gegeben ist. Aufgrund der kurzen Grundschulzeit hängt die Empfehlung eines Schülers zu einer bestimmten Schulform stark vom gesellschaftlichen Hintergrund der Familie bzw. dem familiären Umfeld ab. Die Anhebung der Grundschulzeit kann hingegen eine Basis schaffen, um gleiche Bildungschancen zu schaffen. Die Verlängerung der Grundschulzeit bringt jedoch auch weitere positive Aspekte mit sich. Der Wechsel vom spielerischen Lernen hin zum konzentrierten Arbeiten erfordert eine gezielte und bewusste Hinführung. Die zusätzlichen Jahre im Primarbereich können nicht nur intensiv für die Wissensvermittlung bzw. Vorbereitung des Schülers auf die Sekundarstufe I genutzt werden, sondern bieten gleichzeitig die Möglichkeit, Freundschaften zu vertiefen und diese auch im weiteren Schulverlauf– trotz verschiedener Schularten – beizubehalten. Diese Freundschaften sind besonders unter dem Aspekt der gegenseitigen Unterstützung und Lernhilfe von entscheidender Bedeutung. Die Ausnutzung dieser Heterogenität überträgt dem Schüler nicht nur bereits Verantwortung für andere, sondern schafft auch Toleranz, Akzeptanz und Respekt gegenüber Schüler anderer Bildungswege.
3. Forderungen im Sekundarbereich
Im Sekundarbereich bestehen in Deutschland zahlreiche Defizite. Die Bundesschülerkonferenz fordert deswegen:
- In der Hauptschule muss eine verstärkte Förderung leistungsschwacher Schüler stattfinden. Gerade Emigranten erhalten bei ihren Problemen im sprachlichen Bereich keine hinreichende Förderung. Darüber hinaus wechseln leistungsschwache Schüler der Hauptschule oft in das Berufsvorbereitungsjahr, anstatt in der Hauptschule individuell gefördert zu werden.
- Aufgrund der unterschiedlichen Schulformen entstehen Vorurteile gegenüber Schülern aus anderen Schulformen. Diese Vorurteile tragen nicht nur zu einer Spaltung im Sekundarbereich, sondern auch zu einer frühen Spaltung in der Gesellschaft bei. Die Vorurteile werden nicht nur von Schülern forciert, sondern auch maßgeblich von Eltern, Lehrern und Vertretern der Politik. Die Schule muss deshalb nicht nur zur Wissensvermittlung dienen, sondern auch dazu beitragen, Vorurteile abzubauen und Toleranz bzw. Anerkennung anderer zu schaffen.
Begründung: Derzeit verlassen zu viele Schüler ihre Schullaufbahn ohne einen Abschluss erworben zu haben. Gerade aufgrund der Anforderung einer modernen Lebens- und Arbeitswelt darf es sich unsere Gesellschaft jedoch nicht leisten, Schüler ohne ausreichende Qualifikationen aus der Schule zu entlassen. Die OECD-Studie zeigt darüber hinaus, dass die Erwerbstätigenrate sehr stark vom Bildungsabschluss abhängig ist. So steigt die Wahrscheinlichkeit erwerbstätig zu sein in der Regel mit der Höhe des Bildungsabschlusses. Nicht zuletzt aus diesem Grund müssen speziell Schüler der Hauptschule in einem erhöhten Maße gefördert werden. Diese Förderung kann jedoch nur mit einer entsprechenden personellen Situation gewährleistet werden. Nur eine Senkung des zahlenmäßigen Schüler/Lehrer-Verhältnisses kann eine individuelle Förderung der leistungsschwächeren Schüler garantieren. Die Empfehlung dieser Schüler für das Berufsvorbereitungsjahr weist in die völlig falsche Richtung. Das Hauptaugenmerk muss darauf liegen, diese Schüler zu integrieren, statt zu isolieren; nicht nur durch eine erhöhte individuelle Förderung, sondern auch durch die Unterstützung der Mitschüler in allen Lernprozessen. Nur durch die gezielte Förderung können gleiche Zukunftschancen ermöglicht werden. Die Hauptschule darf nicht mehr die Schule für Schüler mit besonderen Problemen sein, sondern muss eine Schule für diejenigen Schüler sein, die einer besonderen Förderung bedürfen. Genau diese Förderung ist derzeit nicht gegeben. Ruf und Image der Hauptschule sind schlecht, darüber ist lange genug geredet worden. Nun müssen Taten folgen, die den Hauptschülern tatsächlich verbesserte Berufs- und Lebenschancen ermöglichen. Diese Lebenschancen werden nicht zuletzt durch das Image der Hauptschüler in der Gesellschaft durch die Intoleranz gegenüber förderungsbedürftigeren Bildungswegen verbaut. Es muss ein Umdenken in der Gesellschaft über die Qualifikationen und die Wertigkeit des Hauptschulabschlusses stattfinden. Dies kann nur über eine Diskussion innerhalb der Gesellschaft über diese Problematik erfolgen.
Folgerungen aus den letzten PISA-Studien
In Deutschland gibt es eine so große frühzeitige Selektion wie in keinem anderen Land. Die Klassen sind durchschnittlich größer und die Lehrerausbildung wird von uns als mit Mängeln behaftet angesehen. individuelle Förderung:
- Aufgrund der aufgezeigten Schwächen der Schüler aus der Real- und Hauptschule müssen individuelle Förderungspläne entwickelt werden. In Deutschland sind besonders die leistungsschwachen Schüler benachteiligt, da die individuelle Förderung die gerade auf diesem Gebiet notwendig wäre, aufgrund von zu großen Klassen nicht stattfinden kann. Das Abschneiden bei der aktuellen PISA-Studie zeigt, dass gegenüber der PISA-Studie 2000 bzw. 2003 nur eine signifikante Kompetenzsteigerung in den Gymnasien erzielt werden konnte. In den Real- bzw. Hauptschulen stagnierte jedoch das Kompetenzniveau und zeigt deutlich, dass die individuelle Förderung auf diesem Sektor mangelhaft ist und die Schwerpunkte in der Förderung leistungsstarker Schülern liegt. Die individuelle Förderung kann z.B. durch projektbezogenen Unterricht, Hausaufgabenhilfe von Mitschülern bzw. Lehrern durchgeführt werden. Unvermeidlich für diese individuelle Förderung ist außerdem die Herabsetzung der Klassengrößen. Auch die starke Streuung zwischen leistungsstarken und "leistungsschwachen" Schülern führt zu einem Auseinanderklaffen der Bildungsschichten. Diese Schere kann nur durch eine individuelle Förderung behoben werden.
Begründung
Die Tatsache, dass der Kompetenzrückstand bei 15 jährigen in Deutschland bei bereits einem halben bis sogar einem ganzen Schuljahr liegt, muss dazu führen, dass die Unterrichtszeit intensiver genutzt wird. Dabei muss der Schwerpunkt besonders auf leistungsschwächere Schüler gelegt werden, um diesen durch verstärkte individuelle Förderung den Anschluss zu geben und die schülerspezifischen Defizite zu beheben. Hierfür muss das zahlenmäßige Verhältnis von Schülern zu Lehrern deutlich gesenkt werden. Ferner kann durch die verstärkte Förderung leistungsschwacher Schüler die Streuung innerhalb einer Klasse verringert und die Risikogruppe deutlich gesenkt werden. Die Senkung der Risikogruppe ist deshalb von entscheidender Bedeutung, da für Schüler, die sich auf bzw. sogar unter dieser Kompetenzstufe befinden, schlechte Prognosen in Bezug auf eine berufliche Ausbildung bestehen. Gerade unter dem Aspekt der Steigerung der Erwerbstätigkeitsrate mit Zunahme des Bildungsabschlusses ist die Senkung der Risikogruppe erstrebenswert. Die Hauptschule ist die einzige Schulart, in der die Kompetenzstufe in einigen Bereichen im Vergleich zu PISA 2000 zurückgegangen ist. Deshalb müssen gerade hier gezielte Investitionsmaßnahmen getroffen werden.
Lehrerfortbildung und Anwendung neuer Medien im Unterricht:
- Die Lehrer werden im deutschen Bildungssystem nicht in ausreichendem Maße auf die Reformen, Neuerungen und Veränderungen im Bildungssystem vorbereitet. Besonders die Entwicklung hin zum gezielten individuellen Lernen erfordert nicht nur eine Umstrukturierung im Bildungssystem, sondern auch tiefgreifende Veränderungen im Bereich der Lehreraus- bzw. Lehrerfortbildung. Diese müssen durch Fachtagungen und Seminare besonders auf die Veränderungen in den Bereichen der methodischen und didaktischen Kompetenz vorbereitet und bei der Veränderung der Unterrichtsgestaltung unterstützt werden. So muss auch unter dem Aspekt der individuellen Förderung und Forderung mehr Wert auf projektbezogenen Unterricht gelegt werden. Ein weiterer zentraler Bereich bei der Lehrerfortbildung muss auch die Weiterbildung in Bezug auf pädagogische Wertevermittlung darstellen. Die zunehmende Bedeutung neuer Medien wie z.B. dem Computer erfordert auch eine gezielte Aus- bzw. Fortbildung in diesem Bereich. Aufgrund der Tatsache, dass der Computer im späteren Berufsleben eine immer grundlegendere Bedeutung darstellt, muss sich auch die Schule in diesem Bereich weiterentwickeln. Lehrer müssen auf die Veränderungen vorbereitet werden. Dies kann nur durch gezielte Aus- bzw. Fortbildungen in den Bereichen Computerfähigkeit, Computerkenntnisse und Einbeziehung des Computers in den Unterricht gesichert werden.
Motivation
In Deutschland zeigen Schüler deutlich weniger Motivation in Bezug auf Lernen und Schulgestaltung. Die Entwicklung von der Schule als reiner Lernraum hin zum Lebensraum Schule muss hier als Chance gesehen werden, durch Neugestaltung und Umstrukturierung eine Identifikation mit der Schule zu schaffen. Das kann unter anderem durch gezielte Projektarbeiten forciert werden, um die Verbundenheit mit der eigenen Schule zu stärken. Die Mitgestaltung der Schüler in allen Bereichen der Schule ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Nur wenn den Schülern verstärkt Verantwortung übertragen wird, können diese den Lebensraum Schule aktiv mitgestalten und es kann ein gemeinsames Arbeiten und Lernen entstehen. Hierbei müssen den Schülern die benötigten Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Der Einbezug der Schüler darf jedoch nicht als Pflicht angesehen werden, dies hemmt die Motivation und führt zu keiner weitergehenden Verbesserung. Bei der Einbindung und Übertragung von Verantwortung für Schüler ist eine professionelle Betreuung von essentieller Bedeutung. Schulsozialarbeiter bzw. Schulpsychologen die Schüler durch fundierte, teilweise auch wissenschaftliche Beratung unterstützen. Motivation ist von grundlegender Bedeutung an der Schule. Sie gewährleistet Lernfortschritt und gute Leistung. Ferner verbessert diese die Atmosphäre an der Schule und verringert soziale Spannungen.
Vernetzung schulischen Lernens
In der Diskussion zur Entwicklung des nationalen Bildungssystems nach OECD und PISA besteht auch im Bereich der schulischen Vernetzung Handlungsbedarf in folgenden Punkten:
- Vernetzung von schulischen und außerschulischen Kooperationsberatern
- Vernetzung innerhalb der Schule (fächer- und projektübergreifend)
- Vernetzung von Schulen untereinander.
Bundesschülerkonferenz
beim Landesschülerrat Niedersachsen
Berliner Allee 19
30175 Hannover
fon: +49(0)511-1317917
fon: +49(0)5931-8480397
E-Mail: arne.fillies@bundesschuelerkonferenz.org